Tempo 100 auf Autobahn - Lärm- oder Emissionsthema?

Wird sicher noch spannend werden, wie es mit dem Tempo 100 auf der Südautobahn weitergeht. Diskutiert wird im Netz heftig. Was jedoch irritiert, ist der Inhalt der Diskussion: Vor wenigen Monaten ging es doch noch um die Emissionsbelastungen auf dieser Strecke, nun aber wird nur mehr vom Lärm gesprochen.

Gegen eine Lärmbelastung kann man auch andere Maßnahmen ergreifen, wie sie etwa entlang der A4 zum Flughafen rund um Wien gemacht wurden: Lärmschutzwände, die den Lärm im Straßenbereich behalten und nicht wieder nach oben emittieren oder Flüsterasphalt oder eine Fahrbahn, die keiner Rumpelpiste gleicht.

Das Argument, dass dort die Grundstücke billiger waren und jetzt das große Jammern kommt, versteht man auch. Wenn man entlang der Strecke fährt, sieht man wahrscheinlich 90 % der Bauten oberhalb und auf Ebene der Autobahn, die jünger als die Autobahn sind. Baue ich neben einer Autobahn ein Haus, entwerte ich dieses schon mal mit der Lage, verstärkt sich über Jahre die Lärmbelastung, war mit dieser Steigerung wohl zu rechnen.

Sprechen wir aber von einer starken Emissionsbelastung und Folgeerkrankungen der Bevölkerung, dann muss reagiert werden, wie auf vielen Transitrouten oder im Bereich der B100 in Oberkärnten. Mir erschließt sich die Grundlage der 100 km/h Forderung nicht, denn nur um keine Investitionen vornehmen zu müssen gleich mit der 100er Keule die Autofahrer zu bestrafen, scheint nur vorgeschoben. Wurden die Emissionsmessungen nun überhaupt verworfen?
Da es anscheinend Uneinigkeit gibt, was den Hauptzweck der Messungen an sich betrifft, muss man einerseits die Forderung der 100km/h in Frage stellen und andererseits wird dann wohl klar, warum man die Koalitionspartner nicht überzeugen kann.

https://www.5min.at/201709107463/holub-ende-von-tempo-100-ist-fake-news/