Wie kann man 2 % Pensionserhöhung als einen Fortschritt für die Kleinpensionen verkaufen?

Weil SPÖ und ÖVP so stolz sind, die nunmehr ausgehandelten 2 % Pensionserhöhung für die Kleinpensionen als riesigen Fortschritt zu verkaufen, sollte man schon genauer hinsehen, was dies eigentlich bedeutet, sind es doch immerhin 0,4 % mehr als die offizielle Inflationsrate:


1.    Sind 2 % von angenommen € 900,-- Pension, sage und schreibe € 18,-- pro Monat, brutto wohlgemerkt, die 0,4 % wären dann € 3,60 im Monat! Da von Pensionen Krankenversicherung bezahlt werden muss, lt. SVA 5,1 % für Alleinstehende und zusätzlich 3,4 % bei mitversicherten Personen, bleiben dann netto (bei 8,5 % Abzug):
€ 16,46 pro Monat oder etwas mehr als € 200,-- pro Jahr. Alles sicherlich keine Beträge, die bei Kleinpensionen nun tatsächlich ins Gewicht fallen würden. Ganz anders natürlich wirken sich prozentuelle Steigerungen bei den größeren Pensionen aus.

2.    Die Verhinderung von Altersarmut sieht also wahrlich anders aus, auch wenn man weiß, dass die Preissteigerung für PensionistInnenhaushalte immer über der Inflationsrate gelegen ist.

3.    Auf der anderen Seite steigen allein durch die zugestandene, bescheidene Erhöhung der Kleinpensionen, die Zuschüsse aus dem Steuertopf, sodass die Finanzierung des heutigen Pensionssystems noch mehr auf Kosten künftiger Generationen aufgesetzt wird. Denn auch der Staat macht keine Überschüsse, sondern muss seine Abgänge über Kredite finanzieren.
Alles keine Heldentaten also. Warum mach nicht zu einem Absolutbetrag für eine Pensionserhöhung kommt, kann wohl auch nur daran liegen, dass dies die höheren Pensionen auch stärker zur Kasse bitten würde. Wenn man annimmt, dass die Durchschnittspension bei rund € 1.300,-- im ASVG liegt, könnte dies die Basis für den Absolutbetrag darstellen: Man erhält dann € 26,--/Monat bzw. € 364,--im Jahr brutto, was für Kleinpensionen immens wichtig wäre, für größere Pensionen und Höchstpensionen zumindest die Abgeltung der Alltagsteuerung.

Dies muss auch langfristig finanzierbar sein und nicht nur als kurzfristiges Wahlzuckerl, auch wenn es von den Regierungsparteien selbstverständlich nicht so genannt wird.